Offizielle Enthüllung des Bronzemodells auf dem Jacobsonplatz - Unter den Gästen auch ein Vertreter der israelischen Botschaft in Berlin
Ein Geheimnis war das Bronzemodell auf dem Jacobsonplatz zwar nicht mehr – aber bei einer offiziellen Übergabefeier gehört die zeremonielle Enthüllung des Denkmals ganz einfach dazu. Unter dem Beifall interessierter Gäste enthüllten Seesens Bürgermeister Erik Homann und Dr. Daniel Aschheim als Vertreter der israelischen Botschaft in Berlin die historische Nachbildung der Jacobsonschen Schulanlagen, wie sie um das Jahr 1910 ausgesehen haben.
Seit etwa zwei Wochen steht das Objekt an seinem Platz und hat schon viele neugierige Blicke auf sich gezogen. Die Größe von einem guten Quadratmeter lässt reichlich Platz für Details und verleiht dem Modell Ausdruck und Lebendigkeit.
Interessiert erkundigte sich Dr. Daniel Aschheim nach der Bedeutung der verschiedenen Gebäude: Almunat, Portal, Schulgebäude, Tempel, Turnhalle, Krankenstation und Direktorenhaus. Mit Dr. Joachim Frassel, Dr. Jörg Munzel standen gleich zwei renommierte Kenner der jüdischen Vergangenheit in Seesen bereit, seine Fragen zu beantworten.
Thorsten Scheerer, Fachbereichsleiter für Kultur und Wirtschaftsförderung bei der Stadt Seesen, hob in seiner Ansprache die besondere Bedeutung ausgerechnet dieses Stadtmodells hervor: „Mit diesem Kunstwerk steht zum ersten Mal seit 1938 wieder eine Synagoge auf dem Jacobsonplatz.“
Und Bürgermeister Erik Homann schlug den Bogen von der Geschichte in die Gegenwart. Das Bronzemodell bilde die Vergangenheit ab und gebe Zeugnis vom Damals. Gleichzeitig lade es als Kunstwerk im öffentlichen Raum dazu ein, ganz gegenwärtig mit der jüdischen Kultur in Berührung zu kommen. Seesen und das Judentum sei viel mehr als nur die Shoah (Holocaust) – es gibt eine viel ältere Vergangenheit des Judentums in Seesen. Und eine Gegenwart und Zukunft gebe es ebenso.