Ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte - Gebäudeensemble der historischen Jacobsonschule als Bronzemodell auf dem Jacobsonplatz
Die Stadt Seesen war vor der Schreckensherrschaft der Nazis ein lebendiges Zentrum jüdischer Kultur. Die Jacobsonschule, gegründet 1801 von Israel Jacobson, prägte den heutigen Marktplatz. Das Gebäude-Ensemble, von dem heute nur noch das ehemalige Alumnat steht, war mehrfach erweitert worden und umfasste bis zur Pogromnacht 1938 einige Stadtbild prägende Bauten – beispielsweise das Schulgebäude selbst, den Jacobs-Tempel, das Direktorenhaus sowie Krankenstation und Sporthalle.
Das gesamte Ensemble – so wie es um das Jahr 1910 ausgesehen hat – ist jetzt als Bronze-Modell vorm Jacobson-Haus zu sehen.
Mit sorgfältiger Recherche und viel Liebe zum Detail haben die Kuratoren des Modellbau-Projekts an dem Entwurf gearbeitet. Schließlich soll originalgetreu wiedergegeben werden, wie der heutige Jacobsonplatz einst aussah. „Die Quellenlage ist erstaunlich gut, wenn man nur tief genug in die Materie einsteigt“, sagt Thorsten Scheerer, Fachbereichsleiter für Kultur – und Wirtschaftsförderung bei der Stadt Seesen.
Die wichtigsten Ansprechpartner und Ratgeber, um alle Einzelheiten geschichtlich korrekt darzustellen, waren die „Lokalhistoriker“ Dr. Joachim Frassl und Museumsleiter Dirk Stroschein. Gefertigt wurde das Modell von einer Kunstgießerei aus Dresden. Obwohl das Modell bereits für jedermann zu sehen ist, wird es noch eine offizielle Einweihungsfeier des neuen Kunstwerks geben. Diese findet am 29. September statt.