Neue Photovoltaik-Anlage senkt Energiekosten für Seesener Kläranlage und schont das Klima durch umweltfreundlich erzeugten Solarstrom
Bis zum Jahr 2045 sollen Kläranlagen energieautark und klimaneutral betrieben werden. So schreibt es die Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) der Europäischen Union vor. Die Kläranlage Seesen ist auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Neben dem Blockkraftheizwerk, das bereits seit 2010 einen Großteil des Energieverbrauchs abdeckt, wurde jetzt noch eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) auf dem ehemaligen Betriebsgebäude installiert.
„Der tägliche Energieverbrauch liegt bei rund 2000 Kilowattstunden“, erklärt Marius Bertram, Betriebsleiter der Anlage. Gebraucht wird die enorme Power überall auf der Anlage. Die meiste Energie wird benötigt, um die Zentrifugen für die Schlammentwässerung anzutreiben sowie für die vielen Umwälzpumpen, die die Abwässer auf der Anlage transportieren müssen. Hinzu kommt die Belüftung der Belebungsbecken, die ebenfalls ordentlich Strom verbraucht. Etwa die Hälfte des Energiebedarfs kann durch das Blockkraftheizwerk abgedeckt werden, das mit Faulgasen – hauptsächlich Methan – betrieben wird. „Bei den Klärprozessen entstehen täglich etwa 650 Kubikmeter Gas, die wir als Brennstoff nutzen“, erklärt Marius Bertram weiter.
Jetzt kommt ein weiterer Energielieferant dazu. 66 PV-Module sind auf dem Dach des Betriebsgebäudes installiert worden – jedes mit einer Größe von zwei Quadratmetern. Zusammen liefern sie bis zu 30 Kilowattstunden Strom, der durch die Kraft der Sonne erzeugt wird. Klimafreundlich und kostensparend. Die Kosten für die Installation der Anlage in Höhe von knapp 32.000 Euro werden sich auf lange Sicht amortisieren, weil durch die selbst erzeugte Energie weniger Strom „von außen“ eingekauft werden muss.
Aus diesem Grund wird eine Einspeisung ins öffentliche Stromnetz ebenso wenig erfolgen wie die Speicherung in hauseigenen Batterien. Bei dem Energiehunger, den eine Kläranlage aufweist, wird der komplette Strom selbst genutzt.