Kranzniederlegung am Ehrenmal
Der Erste Weltkrieg war noch keine zwei Wochen alt, als der erste Soldat aus Seesen sein Leben im Einsatz verlor. Sein Name ist auf der Gedenktafel dieses Ehrenmals eingraviert: Er hieß Hans Weinhold und starb am 10. August 1914.
Es ist ein Name von 195, die hier stehen. 195 junge Männer. Als Patrioten waren sie in die Schlacht gezogen. Für ihr Vaterland sind sie gestorben.
Aber es war ein vermeidbarer Tod.
Die Soldaten ließen ihr Leben auf Schlachtfeldern, deren Landschaften und Städtenamen wir heute das Zentrum eines geeinigten und friedlichen Europas nennen. Auf den Trümmern der Zerstörung haben wir eine neue Weltordnung errichtet.
Der Volkstrauertag ist eine Begegnung mit unserer Vergangenheit. Indem dieses Datum uns an die unheilvollen Ereignisse unserer Geschichte erinnert, lehrt es uns die Gegenwart wertzuschätzen.
Frieden. Wohlstand. Sicherheit. Einigkeit und Recht und Freiheit – das sind keine Geschenke einer übernatürlichen Kraft. Es sind Werte und Errungenschaften, die wir uns unter bitteren Erfahrungen erworben haben.
Wir stehen heute hier, um zu trauern. Aber wir sollten auch Dankbarkeit zeigen. Die Menschen, um die wir heute trauern, waren unsere Lehrmeister. Sie haben uns beigebracht, dass Krieg Tod und Vernichtung bedeutet. Und deshalb Frieden der einzige Weg ist.