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Gedenken an 9. November - Geschichte, die sich niemals wiederholen darf

So still das Gedenken an die Opfer der November-Pogrome war, so unüberhörbar war die Mahnung, dass sich diese Geschichte niemals wiederholen darf. Am Jahrestag 9. November erinnerten Vertreter aus Politik, der Jacobson-Stiftung, der städtischen Verwaltung, der evangelischen Kirche und engagierte Bürger mit einer Kranzniederlegung an die grausamen Ereignisse vor 87 Jahren, als unter der Schreckensherrschaft der Nazis Millionen Menschen mit jüdischem Glauben Terror und Verfolgung zum Opfer fielen.

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Gedenktag 9. November

Für Erik Homann war es das letzte Mal, dass er diese besondere Veranstaltung als Redner eröffnete. Nach 15 Jahren im Amt des Bürgermeisters der Stadt und folglich 15 Gedenkveranstaltungen anlässlich des Jahrestages der November-Pogrome brachte er mit Bedauern zum Ausdruck, dass es trotz dieser langen Zeit immer noch nicht gelungen sei, antisemitische Feindbilder aus der Gesellschaft zu tilgen. „Antisemitismus ist derzeit lauter und aggressiver geworden – und keinesfalls auf dem Rückzug“, zog er Bilanz. Diesen Tendenzen müsse man sich weiter entgegensetzen, damit die Geschichte sich niemals wiederhole.

Stefan Bungert, Seesener Schulleiter und Vorsitzender der Jacobson-Stiftung, beklagte, dass rechtspopulistische Strömungen mittlerweile in den Parlamenten Einzug gehalten haben und dort demokratische Errungenschaften infrage stellten.

Auch Hilla Padditz, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, der die Gedenkveranstaltung am Jacobson-Haus vor vielen Jahren ins Leben gerufen hatte, erinnerte an die besondere Verantwortung, die die heutige demokratische Zivilgesellschaft trage: „Es ist unsere Pflicht klar und laut zu sagen: Nicht mit uns!”

Pröpstin Meike Bräuer-Ehgart von der evangelischen Kirchengemeinde appellierte, dass der Einsatz für ein friedfertiges und menschliches Miteinander eine Aufgabe für jeden Tag des Jahres sei – und sich nicht nur auf Gedenktage und Erinnerungskultur beschränken lasse.

10.11.2025