40 Jahre im Dienst der Bürger - Städtischer Direktor Wolfgang Jakobi für langjährigen Einsatz gewürdigt
Als Wolfang Jakobi seinen Dienst bei der Stadt Seesen angetreten ist, waren Computer noch eine Rarität, Smartphones lagen in ferner Zukunft und der Einsatz künstlicher Intelligenz war bestenfalls Science-Fiction. 40 Jahre ist das her. Und auch wenn der heutige Dezernent der Stadt diese technischen Erfindungen nicht selbst entwickelt hat, hat er maßgeblich dazu beigetragen, sie in der Seesener Stadtverwaltung zu etablieren. Für seine langjährigen Verdienste wurde er jetzt von Bürgermeister Erik Homann mit einer Urkunde ausgezeichnet.
In Seesen geboren und einer „Beamtenfamilie“ entstammend, schien der Berufsweg von Wolfgang Jakobi vorhersehbar. Und doch: Wolfgang Jakobi ist vom weit verbreiteten Klischee des deutschen Beamten weit entfernt. „Meine Aufgabe sind die Bürger“, sagt er, „und nicht die Verwaltung.“ Zu gestalten ist ihm wichtiger als zu verwalten.
Im August 1984 hat er eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter bei der Stadt Seesen begonnen. Anschließend studierte er an der Fachoberschule für Verwaltung in Braunschweig und wurde Stadtinspektoranwärter. Von Beginn seiner beruflichen Laufbahn an hat Wolfgang Jakobi Projektaufgaben übernommen, sich in verschiedenen Fachrichtungen weitergebildet und selbst als Dozent Wissen vermittelt. Sein Lebenslauf liest sich wie das Handbuch der Karriereleiter im kommunalen Dienst: 1991 Stadtinspektor, 1993 Stadtoberinspektor, 1997 Stadtamtmann, 2012 Stadtamtsrat, 2013 Stadtoberamtsrat, 2017 Städtischer Oberrat und schließlich 2024 Städtischer Direktor.
In seinen unterschiedlichen Führungspositionen hat Wolfgang Jakobi zahlreiche Neuerungen eingeführt. Mit seiner pragmatischen Herangehensweise und gut funktionierenden Netzwerken sieht er Herausforderungen, wo andere Probleme sehen. Wie wichtig die Kombination dieser beiden Eigenschaften sein kann, zeigte sich unter anderem bei der Covid19-Pandemie. Wolfgang Jakobi – aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements beim DRK und weiteren Verbänden bestens vernetzt – gelang es, innerhalb kürzester Zeit ein erstes Testzentrum zu errichten und dadurch die Krise, so gut es ging, auf Normalmaß zu halten.
Ein weiteres Beispiel ist die von ihm angestoßene Neuschaffung eines zentralen Bürgerbüros im Erdgeschoss des Rathauses. Wichtigster Aspekt dabei: Der Bürger soll gern ins Rathaus kommen, sich dort leicht zurechtfinden und serviceorientiert behandelt werden.
Als das Bürgerbüro der Stadt in den 90er Jahren umgebaut wurde, war es eine Glastür die symbolisch für die Zugewandheit der Verwaltung zum Bürger stand. Heute verfolgt Wolfgang Jakobi immer noch denselben Servicegedanken. Nur die Möglichkeiten haben sich geändert: Der Bürger soll selbstverständlich weiterhin gern ins Rathaus kommen. Aber er soll – in einer modernen Welt – auch die Möglichkeit haben, seine Anliegen einfach digital und von zuhause aus erledigen zu können. Denn guter Service beginnt dort, wo der Bürger die Wahl hat, wie er die Dienste der Verwaltung am einfachsten nutzen möchte.