Pipelines als provisorischer Ersatz fürs städtische Kanalisationsnetz - Ein Hauch von Alaska in Seesen
Die Vorbereitungen im Rahmen der Kanalsanierung in den Straßen Bismarckstraße und Gartenstraße gehen voran. Um das Schmutzwasser weiterhin ableiten und gleichzeitig die geschädigten Rohrleitungen reparieren zu können, müssen die Rohrleitungen provisorisch überirdisch verlegt werden. Um die Arbeiten kümmert sich ein Ingenieurbüro im Auftrag der Stadt.
Es sieht ein wenig wie eine Pipeline aus, mit der in manchen Teilen der Welt Erdöl transportiert wird. Dicke Rohre werden aneinander montiert und an den Bürgersteigen und selbst quer über die Straßen verlegt. Aus diesem Grund sind Teile der oben benannten Straßen zurzeit für Verkehrsteilnehmer voll gesperrt. Doch schon bald soll der Verkehr wieder ungehindert fließen – deshalb werden Rohre, die eine Straße kreuzen, in mehr als vier Metern Höhe verlegt.
Sie sind die behelfsmäßigen Kanalrohre für die Abwässer aus den Haushalten, die durch das städtische Kanalisationsnetz fließen – vergleichbar mit einem Bypass, wie man ihn aus der Medizintechnik kennt. Mit einem Spezialstapler werden die Rohre und Flansche an ihren Bestimmungsort gebracht und dort zusammengeschraubt. Dabei wächst die „Pipeline“ Stück für Stück.
Insgesamt müssen 500 Meter unterirdisch verlaufende Kanalisationsrohre auf diese Weise überbrückt werden. Im Anschluss wird ein so genannter Inliner durch die alten Rohre geschoben, um diese wieder dicht zu machen. Sie hatten Schäden genommen, weil Wurzeln verschiedener Pflanzen sich dort breitgemacht hatten.
Bei einer Baustelle dieser Größenordnung wird es ein Weilchen dauern, bis alle Reparaturmaßnahmen abgeschlossen sind. Nach gegenwärtigem Planungsstand dauern die Arbeiten voraussichtlich bis in den September hinein. Bis dahin sieht´s in der Bismarckstraße ein wenig aus wie in einer Kleinstadt in Alaska, in der Erdöl gefördert wird.