Anfangs vom Chef getestet worden, heute kaum noch wegzudenken - Jubilar Andreas Brünig für 25 Jahre im Dienst geehrt
Als Andreas Brünig zum Baubetriebshof der Stadt Seesen wechselte, hatte Wladimir Putin mit seiner ersten Amtszeit die Macht im Kreml übernommen, der Deutsche Bundestag beschloss den Ausstieg aus der Kernkraft, Helmut Kohl saß die Spendenaffäre aus ohne Namen zu nennen, und auf der Expo in Hannover war die Welt zu Gast.
25 Jahre ist das her. Jetzt wurde Andreas Brünig für sein Dienstjubiläum im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus geehrt. Solch ein Termin sei immer auch eine Gelegenheit auf die Vergangenheit zurückzublicken, sagte Bürgermeister Erik Homann, der zu diesem Zweck die oben aufgeführten Ereignisse der Zeitgeschichte recherchiert hatte.
Andreas Brünig, damals 31 Jahre alt, konnte sich gut an die Zeit erinnern – gab aber andererseits auch zu, dass ihm die Zeit auf dem Bauhof gar nicht vorgekommen sei wie ein Vierteljahrhundert. Nun, genau dazu sind solche Jubilar-Feiern schließlich da: Einmal im Tagesgeschäft innehalten und sich bewusst machen, wie die Zeit vergeht. Schließlich, so Erik Homann weiter, sei es heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr, dass jemand so lange bei demselben Arbeitgeber bleibe.
Er habe sich damals unter seinem neuen Vorgesetzten behaupten müssen, berichtet Andreas Brünig von seinen ersten Arbeitstagen. „Da hat der Chef schon mal getestet, was wir so können“, sagt er. Doch damit machte er ihm keine Angst. Schließlich hatte Andreas Brünig schon so Einiges an Berufserfahrung gesammelt – unter anderem als Landwirt, als Wehrdienstleistender und als Mitarbeiter in einem Baugeschäft.
2005 wurde er Vorarbeiter für die Friedhöfe der Stadt. Alles kein Problem für den praktisch veranlagten Mitarbeiter. Wenn da nur nicht dieser Friedhofsbagger gewesen wäre… „Normalerweise bedient man die Joysticks zum Öffnen und Schwenken des Löffels ganz intuitiv und ohne nachzudenken – aber bei diesem Modell war alles spiegelverkehrt. Ich musste ständig umdenken – so als würde man mit dem linken Fuß Gas geben und mit dem rechten die Kupplung treten“, erzählt er lachend. Aber auch das bekam er in den Griff und konnte sogar noch „normale“ Bagger steuern, wenn er mal mit einem anderen Modell unterwegs war.
Bürgermeister Erik Homann bedankte sich bei Andreas Brünig für die vielen Arbeitsjahre im Dienst der Stadt und lobte Andreas Brünig vor allem für sein umfangreiches Fachwissen und seine große Einsatzbereitschaft.