Landwirt, Gärtner, Feuerwehrmann, Personalratsvorsitzender, Kreistagsabgeordneter und seit 25 Jahren bei der Stadt Seesen - der abwechslungsreiche Lebenslauf von Stefan Bettner
Dass Stefan Bettner einmal Personalratsvorsitzender für die Belegschaft in der Seesener Kommunalverwaltung sein würde, hätte er sich als Berufseinsteiger wohl kaum vorstellen können. Eigentlich wollte er Landwirt werden – aber das ist lange her. Jetzt arbeitet er bereits seit 25 Jahren bei der Stadt Seesen und wurde für dieses Jubiläum von Bürgermeister Erik Homann und weiteren Mitarbeitern im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus geehrt.
Eigentlich ist sein Platz „auf der anderen Seite des Tisches“. Als Vorsitzender des Personalrats hat Stefan Bettner schon vielen Kollegen zum Jubiläum gratuliert. An diesem Tag war er dann mal selbst der Geehrte. Vor 25 Jahren hatte er seinen Dienst bei der Stadt Seesen angetreten, seit 2006 engagiert er sich im Personalrat der Stadt. Dabei sah der Lebenslauf des gebürtigen Seeseners einmal ganz anders aus.
Nach dem Schulabschluss wollte Stefan Bettner, naturverbunden und praktisch veranlagt, eigentlich Landwirt werden. 1983 startete er ins Berufsgrundbildungsjahr und nahm im Anschluss seine Ausbildung zum Landwirt auf. Schnell stellte sich heraus, dass er für den Job bestens geeignet zu sein scheint. Seine Ausbilder rieten ihm, im Zuge der Lehrzeit auch gleich noch sein Fachabitur auf diesem Weg nachzuholen. „Das hat nicht geklappt“, sagt er rückblickend und ohne Bedauern. Die Themen, die unmittelbar mit der Landwirtschaft zu tun hatten, seien ihm leichtgefallen – aber in den anderen Fächern habe er sich einfach nicht zuhause gefühlt. Macht nichts! Stefan Bettner hatte erreicht, was ihn beruflich ausfüllte. Er arbeitete in einem großen Betrieb, kümmerte sich um Vieh und Felder.
1990 wechselte er zur Schildautalklinik, wo er als Gärtner arbeitete und, berufsbegleitend, die zweite Ausbildung mit Bravour hinter sich brachte. Dort blieb er zehn glückliche Jahre – bis ein Tipp aus dem Freundeskreis ihn darauf aufmerksam machte, dass der städtische Baubetriebshof einen neuen Gemeindearbeiter mit dem Schwerpunkt Garten- und Landschaftsbau suchte. Er bewarb sich mit Erfolg auf die Stelle und wurde im Jahr 2000 Mitarbeiter der Stadt Seesen.
Doch auch diese Funktion sollte nicht die letzte Stufe in seinem Lebenslauf bleiben. Als Kollege, dem soziales Engagement stets eine wichtige Angelegenheit war, wurde er erst in den Personalrat gewählt und übernahm bald darauf auch den Posten des Vorsitzenden in diesem Gremium. Die neue Funktion nahm immer mehr Raum ein, bis er im Jahr 2024 die Tätigkeit im Baubetriebshof gänzlich niederlegte um sich mit 100 Prozent seiner Arbeitszeit der Personalratsarbeit zu widmen.
Neben dieser betriebswirtschaftlichen Aufgabe engagiert sich Stefan Bettner auch privat für das Wohlergehen der Gemeinschaft. Er ist aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Seesen und gehört als Abgeordneter dem Kreistag des Landkreises Goslar an.
Bürgermeister Erik Homann würdigte bei der Ehrung dann auch nicht nur Stefan Bettners Verdienste als Angestellter der Stadt Seesen: Die Zusammenarbeit mit ihm sei stets von großem Vertrauen und Respekt geprägt, weil Stefan Bettner immer authentisch, kollegial und sehr sozial engagiert auftrete.