Mutmacher für den Schritt in die Selbständigkeit - 5. Entrepreneurship Tagung im Jacobson-Haus
Der Weg in die Selbständigkeit ist nicht einfach. Aber mit der richtigen Einstellung, neudeutsch: „Mindset“, einer guten Geschäftsidee und der zielgerichteten Unterstützung durch professionelle Beratung ist er möglich. Mit dieser klaren Botschaft im Kopf haben die Teilnehmenden der Tagung „Innovation und Gründung im ländlichen Raum“ das Jacobson-Haus am Montagabend verlassen.
Mit sechs hochkarätigen Referenten, namentlich: Erik Homann, Bürgermeister der Stadt Seesen, Prof. Dr. Reza Asghari, Leiter Entrepreneurship Hub, Dr. Till Manning, Leiter des Referats für Regionale Transformation und Innovation im Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Dagmar Willgeroth, Projektleiterin der Helmstedter Gründungsinitiative HeGo, Franz-Reinhard Habbel, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes sowie Dierck Tietje vom Projekt Entrepreneurship und Unternehmertum an Berufsbildenden Schulen, erwartete die Teilnehmer ein ebenso vielfältiges wie geballtes Erfahrungswissen auf dem Podium. Zudem waren neben den Gästen vor Ort auch zahlreiche Interessierte über das Internet zugeschaltet und verfolgten die Veranstaltung online am heimischen PC.
Bürgermeister Erik Homann hob hervor, dass eine Stadt von der Größe Seesens sich in punkto Neugründungen zwar nicht mit Metropolen wie Hamburg oder Berlin messen könne, aber für eine Kommune im ländlichen Raum weit vorne liege. Das sei besonders vor dem Hintergrund wichtig, dass die Mehrheit der Bevölkerung im bundesweiten Vergleich eben nicht in Großstädten lebe, sondern auf Städte und Dörfer entfalle. Junge Gründer ermunterte er, sich „vor dem Schritt in die Selbständigkeit nicht zu fürchten, sondern die Dinge mutig anzupacken.“
Professor Asghari gab als zweiter Redner der Tagung einen Einblick, wie Entrepreneurship in den USA abläuft. Die kalifornische Kleinstadt Palo Alto hat ihre Standortvorteile optimal genutzt und ist in den Folgejahren als Unternehmenssitz von Firmen wie Hewlett Packard, Tesla Inc. und Facebook zu Weltruhm gelangt.
Auch Dr. Till Manning, der als Redner kurzfristig für die terminlich verhinderte Landesministerin Wiebke Osigus eingesprungen war, stellte klar: Wenn die Voraussetzungen für junge Gründer passen – Infrastruktur, öffentliche Verwaltung, Forschungsumfeld und Gründer mit dem passenden Mindset zusammenspielen – können auch im ländlichen Raum gewaltige Projekte realisiert werden. Seesen sieht er dabei auf einem guten Weg. „Hier wird vieles von dem was für eine erfolgreiche Gründerszene wichtig ist, beispielhaft umgesetzt.“
Franz-Reinhard Habbel, der sich online aus Berlin zu der Tagung zugeschaltet hatte, betonte, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gebe, auf die derzeitigen Krisen zu reagieren. Seiner Ansicht nach bedeuten Krisen auch Chancen – nämlich die, neuen Herausforderungen mit neuen Lösungen zu begegnen und so ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen.
Krisen und wirtschaftliche Umbrüche musste auch die Region Helmstedt erleben. Nach dem Ende des Braunkohleabbaus, so Dagmar Willgeroth, die im dortigen Landkreis die neue Unternehmerszene fördert, stellte verschiedene Säulen der Gründerszene vor. Wichtig seien beispielsweise eine niedrigschwellige Beratung für Start-Up Unternehmen und die Schaffung von Plattformen, die zum Netzwerken einladen.
Dierck Tietje, der sich auf die Berufsbildenden Schulen fokussiert und gerade dort die Gründerszene fördern möchte, sprach sich sogar dafür aus, das Entrepreneurship als Unterrichtsfach auf dem Stundenplan zu etablieren.
Bilanzierend lässt sich sagen, dass die Veranstaltung für die etwa 100 teilnehmenden Tagungsgäste online und in Präsenz einen hohen Informationsgehalt hatte. Aber viel entscheidender war die Aufbruchstimmung, die sie mit sich brachte. Sein eigenes Unternehmen zu gründen, ist ganz und gar nicht abwegig. Mit etwas Mut, Entschlossenheit und dem passenden Umfeld kann es der Beginn einer ganz großen Karriere sein. Die Stadt Seesen mit ihrem Entrepreneurship Hub, der Newkammer mit ihrem Coworking Space und den weiteren Standortvorteilen bietet beste Voraussetzungen, sein eigener Chef zu werden und das eigene Unternehmen zu gründen.