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Volkstrauertag - Stilles Gedenken, deutliches Mahnen

Unter Beteiligung von Vereinen, Verbänden und Privatpersonen sowie Vertretern der Stadt Seesen wurde am Sonntag der Volkstrauertag begangen.

Nach einem Gottesdienst in der St. Andreas Kirche wurden am Ehrenmal und am städtischen Friedhof Kränze niedergelegt. Das Sinfonische Blasorchester des MTV Seesen begleitete die Gedenkfeier musikalisch.
Als Redner vertrat der 2. stellvertretende Bürgermeister Jürgen Nitsche den terminlich verhinderten Erik Homann:

"Der Volkstrauertag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Erinnerungen an die nächste Generation weitergeben“. Fast 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lässt sich sagen, dass ein Generationenwechsel stattgefunden hat.

Die mit Abstand meisten Menschen in Deutschland kennen Krieg und Vertreibung nur aus den Geschichtsbüchern – haben sie nie selbst erlebt. Nur einige, heute hochbetagte, Menschen sowie einige Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die im Auslandseinsatz gewesen sind, kennen die Grausamkeit des Krieges aus eigener Erfahrung. Sie wissen um die Schrecken und die Verheerung, die ein gewaltsam ausgetragener Konflikt nach sich zieht.

Und doch gilt für unsere Gegenwart ebenso, dass Konflikte, Krisen und kriegerische Auseinandersetzungen keinesfalls der Vergangenheit angehören. In der Ukraine tobt der Krieg direkt vor unserer Haustür.

Auch die Europäische Union selbst – einst als größtes Friedensprojekt der Welt gefeiert – ist gefährdet. Allerorten erstarken Parteien, die eine extremistische Weltanschauung vertreten und damit den Nährboden für Gewalt und Unfrieden bereiten.

Der Volkstrauertag datiert auf das Jahr 1922 zurück und ist vom Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg ins Leben gerufen worden. Einem Krieg, der Europa ins Chaos gestürzt hat. Einem Krieg, in dem erstmals erbarmungslose Maschinen wie Panzer und Giftgas eingesetzt wurden. Einem Krieg, der mehr als 9 Millionen Menschenleben gekostet hat. Einem Krieg, der ganz klein angefangen hatte…

Vor diesem Hintergrund muss der Appell an alle Generationen, an alle Menschen lauten: Nie wieder Krieg!"

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18.11.2024