Angehende Brandschützer üben Einsatzszenarien in Modulform - Zusammenschluss aller Ortswehren im Stadtgebiet
Mit dem Jahreswechsel hat das Land Niedersachsen die Grundausbildung für angehende Feuerwehrkräfte neugestaltet. Die Ausbildung zum Brandschützer ist nun in Module unterteilt, die Schritt für Schritt auf den Einsatz vorbereiten. Während die Ausbildung zum Feuerwehrmann bislang überwiegend in den Ortsfeuerwehren der Stadt oder den Landesbildungszentren der Feuerwehr durchgeführt wurde, haben sich dieser Tage erstmals alle Ortswehren der Stadt Seesen zusammengeschlossen, um ein wichtiges Ausbildungsmodul gemeinsam zu absolvieren.
Markus Klaßen (Erster Stellvertretender Stadtbrandmeister der Feuerwehr Seesen) und Klaus Kiehne (Ausbildungsleiter Feuerwehr Seesen) begrüßten 23 Kameraden zum 2. Basismodul „Einsatz Brandübung“ und hatten ein herausforderndes Trainings-Szenario für sie vorbereitet. Denn wie es so schön heißt, Übung macht den Meister.
Regelmäßige Trainingseinheiten – erst recht in der Grundausbildung – sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Brandschutzexperten. „Die Voraussetzung für den Einsatz bei einer solchen Übung ist der erfolgreiche Abschluss der ersten Qualifikationsstufe, in der wichtige Grundlagen gelehrt werden“, erklärt Julian Lunkewitz, der die Internetseite der Seesener Ortsfeuerwehr betreut. „Das heißt, die neuen Kameraden kennen die Rechte und Pflichten der Feuerwehr und sind mit den wichtigsten Kenntnissen zur Schutz- und Einsatzausrüstung vertraut.“ Angesichts der potenziellen Gefahren, denen Brandschützer im Einsatz ausgesetzt sind, ist ein solches Training unverzichtbar.
Die Ausbilder hatten drei Szenarien entworfen, mit denen die neuen Einsatzkräfte fertig werden mussten. Bei der ersten Übung musste ein Pkw-Brand nach einem Verkehrsunfall mit Schaum gelöscht werden. In der zweiten Übung wurde ein Brand in einer Gartenlaube bekämpft, damit die Flammen nicht auf andere Objekte übergreifen. Und in der dritten und letzten Übung wurde ein Zimmerbrand bekämpft. Besondere Herausforderung dabei: Die Brandstelle liegt im zweiten Obergeschoss.
Dass Übungen dieser Größenordnung überhaupt umsetzbar sind, verdankt die Feuerwehr einem guten Netzwerk. Das Fahrzeug wurde von einem Feuerwehrkameraden zur Verfügung gestellt, für die Übung in der Gartenlaube konnte die Grundschule am Schildberg genutzt werden und für den simulierten Wohnungsbrand wurde das Niedersächsische Forstliche Bildungszentrum genutzt. „Wir bedanken uns bei allen, die uns auf diese Weise so umfangreich unterstützt haben“, sagt Julian Lunkewitz. Aber auch die Eigentümer der Gebäude profitieren. „Übungen wie diese verschaffen uns eine gute Objektkunde und sind für den Ernstfall extrem hilfreich“, so Lunkewitz weiter.
Direkt im Anschluss an die Übungen erklärten die erfahrenen Feuerwehrkameraden, was gut gelaufen ist und wo noch Verbesserungspotenzial besteht. Ein stressiger – aber auch erfolgreicher Tag für die jungen Brandschützer, die von 9 bis 13 Uhr quasi im Dauereinsatz waren. „Außerdem“, so ergänzt der Erste Stellvertretende Stadtbrandmeister Markus Klaßen, „haben sich die Mitglieder der Ortswehren bei der Übung besser kennengelernt. Das erleichtert die Zusammenarbeit bei größeren Einsätzen.“