Kartoffelernte in der Kita Am Spottberg - Herkunft unserer Lebensmittel ganz anschaulich gemacht
Erntezeit in der Kita Am Spottberg! Im Mai hatten sie Kartoffeln in den Hochbeeten des Außenbereichs ausgesät – jetzt endlich konnten sie die Knollen aus der Erde holen und ein leckeres Abendessen daraus zubereiten. Und weil die Ernte recht üppig ausfiel, luden sie auch noch ihre Eltern dazu ein. Aber der Reihe nach…
Maren Lehnhof und Inna Jurk, Erzieherinnen in der Kita Am Spottberg, hatten im Frühjahr einen Bauern besucht, um bei ihm keimfähige Kartoffeln einzukaufen. „Denn“, wie die Erzieherinnen wissen, „die Kartoffeln aus dem Supermarkt sind so gezüchtet, dass da keine Keimung mehr stattfinden kann.“
Gemeinsam mit den Kindern pflanzten sie die Mutterkartoffeln – einmal mehligkochend, einmal vorwiegend-festkochend – in die Hochbeete. Dort konnten die Kinder die Pflanzen gießen, von Beikräutern befreien, vor Schädlingen schützen und ihnen beim Wachsen zusehen. Begleitend dazu wurden „Kartoffelkönige“ gebastelt, Spiele gespielt, Lieder gesungen und Sachbücher zum Thema Kartoffeln vorgelesen und erklärt.
„Es gab ein großes Entsetzen unter den Kindern als sie sehen mussten, dass die Mutterkartoffel nach der Keimung ganz matschig geworden war“, erinnert sich Maren Lehnhof. Nachdem die Erzieherinnen den Kindern erklärt hatten, dass die Mutterkartoffel ihre Aufgabe jetzt erfüllt hat und aus ihr viele neue Kartoffeln entstehen, waren die Kinder schnell beruhigt. So wurde der natürliche Kreislauf vom Werden und Vergehen für die Kinder real erlebbar – allein mit Worten hätte man es ihnen wohl nicht so gut erklären können. Aber genau dieses Anschaulichmachen war ja ein wichtiger Teil des Projekts. „Wer pflanzt denn heute schon noch eigene Kartoffeln zuhause an?“, fragt die Erzieherin und lacht.
Den nächsten Schreckmoment erlebten die Kinder einige Wochen vor der Ernte. Die Blätter der Pflanze wurden braun und fielen ab. Einige Kinder dachten, die Pflanze sei jetzt „kaputt“ – vertrocknet, von Schädlingen zerfressen oder anderes. Und wieder konnten die Kinder schnell getröstet werden – auch das ist ganz natürlicher Bestandteil des Wachstums- und Reifeprozess´.
Dann endlich war die Ziellinie in Sicht und die neue Generation Knollen konnten aus der Erde geholt werde. Etwa fünf Kilogramm sind zusammengekommen. Daraus wurde jetzt eine Riesenportion Kartoffelsalat zubereitet und die Eltern zum gemeinsamen Abendessen in die Kita eingeladen.
Auch Maren Lehnhof und Inna Jurk sind glücklich, dass ihr Kartoffelprojekt so erfolgreich war. Im nächsten Frühjahr sollen die Hochbeete wieder bepflanzt werden. Dann werden aber keine Erdäpfel auf der Speisekarte stehen, sondern Kürbisse. Ideal zum Essen und Basteln.