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120 Jahre im Dienst der Stadt

Der August ist die Zeit der Dienstjubiläen in der Stadtverwaltung. Gleich drei Mitarbeitende wurden in dieser Woche für ihren langjährigen Einsatz im Dienst der Stadt gewürdigt. Sabine Brodkorb, Annette Lamprecht und Karina Birkner verbindet nicht nur, dass sie seit 40 Jahren für die Stadt und ihre Menschen arbeiten, sondern auch, dass sie seit ihrer Ausbildung dort tätig sind – wenn auch in ganz unterschiedlichen Aufgabenbereichen. 

„40 Jahre – das haben wir lange nicht mehr gehabt“, sinnierte Bürgermeister Erik Homann während der Feierstunden für die Jubilarinnen. Um anschaulich zu machen, wie lang diese Zeit zurückliegt, erinnerte er an einige allgemein-historische Ereignisse: 1984 kam der erste CD-Player auf den Markt, Richard Weizsäcker wurde Bundespräsident und die Olympischen Spiele fanden nicht in Paris, sondern in Los Angeles statt. Im Rückblick mit den Jubilarinnen fand er – wie immer – sehr persönliche Worte. Jede Einzelne sei eine Koryphäe in ihrem Aufgabenbereich, auf die man schwer verzichten könne.


Doch in aller Ruhe und der Reihe nach:

Sabine Brodkorb ist den meisten Seesenerinnen und Seesenern wohl bekannt. Egal, ob Änderungen im Melderegister, Ausstellung von Reisedokumenten oder eine Wahlbenachrichtigung – geht es um Belange des Einwohnermelderechts sind Sabine Brodkorb und ihre Kollegen erste Ansprechpartnerinnen im Bürgerbüro. Als sie im damals noch so genannten „Meldeamt“ der Stadt ihre Ausbildung begann, waren „Computerprogramme noch grüne Buchstaben auf schwarzem Hintergrund“, wie sie sich selbst erinnert. Heutige Software kann wesentlich mehr – aber mit der Berufserfahrung von Sabine Brodkorb kann sich die digitale Welt trotzdem nicht messen. Kein Wunder – schließlich hat sie in ihren ersten Berufsjahren noch selbständig Programmierkenntnisse anwenden müssen, damit der Computer die gewünschten Daten liefert. Auch wenn das heute nicht mehr erforderlich ist – langweilig ist ihr der Job nie geworden. „Ich mag die Vielfalt der Aufgaben und den direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt“, sagt sie.

Freundlichkeit und Durchsetzungsfähigkeit

Nicht weniger Expertenwissen – aber in einem ganz anderen Bereich – weist die zweite Jubilarin Annette Lamprecht auf. Auch sie hat ihre Ausbildung bei der Stadt Seesen absolviert und wurde einen Tag nach bestandener Abschlussprüfung als vollwertige Angestellte im Ordnungsamt „beruflich sesshaft“.

Die herzliche Freundlichkeit, die sie an den Tag legt, lässt nicht vermuten, dass sie sich mit Waffen auskennt wie kaum ein anderer. Fast 40 Jahre lang – bis die Zuständigkeit mit dem Jahreswechsel 2023/24 an den Landkreis überging – verantwortete sie, wer legal eine Schusswaffe besitzen darf und wer nicht. War die Sachlage nicht ganz koscher oder hatte sie mit zwielichtigen Gestalten zu tun, bei denen eine missbräuchliche Nutzung nicht ausgeschlossen werden kann, stellte sie zum Schutz der Allgemeinheit ihre Durchsetzungskraft unter Beweis und sorgte das eine oder andere Mal auch dafür, dass ein Besitzer seine Waffe und Munition den Sicherheitskräften aushändigen musste. Nicht wenige der auf diese Art eingezogenen Waffen wurden dann „in den Hochöfen der Salzgitter AG eingeschmolzen“, erinnert sie sich. Auf ihre Expertise greift der Landkreis als zuständige Behörde noch heute gern zurück – „auch wenn mein Bereich mittlerweile im Versammlungsrecht und Zivilschutz liegt“, sagt sie mit einem Lachen.

Bild vergrößern: 40 Jahre im Dienst der Bürgerinnen und Bürger, Sabine Brodkorb (li.) und Annette Lamprecht mit Bürgermeister Erik Homann
40 Jahre im Dienst der Bürgerinnen und Bürger, Sabine Brodkorb (li.) und Annette Lamprecht mit Bürgermeister Erik Homann

Überfluss statt Personalmangel

Die Grundsteine der Erziehung zu bilden, das ist Aufgabe von Karina Birkner, der dritten Jubilarin, die auf vier Jahrzehnte im Beruf zurückblicken kann. Als sie 1984 ihre Tätigkeit im Kindergarten Spottberg aufgenommen hat, gab es „Erzieherinnen im Überfluss“ wie sie sich erinnert – „kein Notstand wie heute.“ In ihrem langen Berufsleben hat sie nahezu alle Aufgabenfelder dieses Berufs kennengelernt und ausgeübt. Eine der wichtigsten Etappen dabei war die Gründung einer Krippengruppe in der Kita Spottberg, die von ihr auch zeitweise geleitet wurde. Überwiegend schöne Zeiten, wie sie rückblickend anmerkt. Doch gab es auch Zeiten, die besondere Herausforderungen mit sich brachten – etwa die Corona-Pandemie, die die Tagesabläufe im Kindergarten ganz schön durcheinandergebracht hatte. „Wir durften einige Dinge mit den Kindern nicht unternehmen, die sonst ganz selbstverständlich waren“, erzählt Karina Birkner – „beispielsweise Singen“. Trotzdem habe ihr die Arbeit mit den Kindern immer große Freude gemacht.

Bürgermeister Erik Homann, dessen Kinder selbst im Kindergarten von Karina Birkner betreut worden waren, unterstrich den „enormen Respekt“, den er für die Leistungen des Erzieherberufs habe und bedankte sich bei der Jubilarin für die „vier Jahrzehnte im Dienst der Stadt und der Allgemeinheit“.

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Vier Jahrzehnte Einsatz für die Kinder in der Kita Spottberg, Karina Birkner mit Bürgermeister Erik Homann

09.08.2024