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Jacobson-Haus

Jacobson-Haus
Jacobson-Haus


Der Jacobsonplatz ist heute ein Platz der Begegnung. Märkte, Konzerte und Stadtfeste werden hier veranstaltet.

Die Bronzeskulptur "Balgende Jungen" des Osnabrücker Bildhauers Gerd Ruwe erinnert daran, dass dieser Platz früher Schulhof der Jacobson-Schule war. Im ehemaligen Alumnat der Schule, dem heutigen Jacobson-Haus, würdigt eine Ausstellung die Leistungen des Stifters Israel Jacobson. Die Schulgründung 1801 fällt in eine Zeit des geistigen Auf- und Umbruchs, in der die Gleichstellung aller Bürger einschließlich der Juden gefordert wurde.

balgende Jungen 2
balgende Jungen 2

In den folgenden Jahren versuchte Israel Jacobson mit seiner für Juden und Christen gleichermaßen zugänglichen Anstalt die Ausbildungsmöglichkeiten zu verbessern und die unter Napoleon gesetzlich angeordnete Gleichstellung der Juden mit Leben zu erfüllen.
Der Schulbetrieb begann 1801, bereits 1808 vergrößerte ein Anbau das Schulgebäude. Nach der staatlichen Anerkennung als Realschule nahmen die Schülerzahlen so zu, dass Neubauten erforderlich wurden. Die 1810 auf dem Schulgelände erbaute Synagoge dokumentierte in einer Inschrift über dem Tempelportal die von Jacobson angestrebte christlich-jüdische Verständigung: "Haben wir nicht alle einen Vater? Hat nicht Gott uns erschaffen?"
Am Abend des 9. November 1938 brannte die Synagoge durch Brandstiftung völlig aus. 1972 zog die Schule in das neuerbaute Schulzentrum in der St.-Annen-Straße. Die übrigen Schulgebäude wurden bis auf das Alumnat 1975 abgerissen.

Dieses ansehnliche, die Innenstadt beherrschende Bürgerhaus wurde im Rahmen der Jacobson Tage anlässlich des 250. Geburtstages von Israel Jacobson im Juni 2018 in Jacobson-Haus umbenannt. Heute finden hier die Ratssitzungen statt. Seesener Vereine, die Stadtbücherei und die Stadtmarketing Seesen eG sind u.a. im Jacobson-Haus untergebracht.