Mit kreativen Ideen und greller Farbe für mehr Sicherheit sorgen - Orange lackierte Fahrräder am Straßenrand erinnern an Abstandsregel
In der Straßenverkehrsordnung sind diese Hinweisschilder nicht zu finden – und gerade dieser Umstand ist es, der sie so auffällig macht. Mit einer ebenso ungewöhnlichen wie ideenreichen Aktion machen die Stadt Seesen, das örtliche Polizeikommissariat, die Straßenmeisterei Seesen und die Landesverkehrswacht e.V. seit einigen Tagen auf die besondere Gefährdungslage von Radfahrern im Straßenverkehr aufmerksam. Überregional wird die Maßnahme von verschiedenen Ministerien des Landes begleitet.
In leuchtendem Orange lackierte „Drahtesel“ am Straßenrand erinnern an den Mindestabstand von 1,5 Metern, der beim Überholen von Radfahrern einzuhalten ist. Ziel der Maßnahme: die Senkung der Unfallzahlen bei Radfahrern durch Kollisionen mit Autofahrern. Bislang hat die Stadt zwei Räder aufgestellt, zwei weitere sollen folgen. An den Ortseingängen von Frankfurter Straße und Lautenthaler Straße stehend, fallen sie den Autofahrern unmittelbar ins Auge und senden eine klare Botschaft: Wachsam sein und Rücksicht nehmen!
Claudia Carl, Abteilungsleiterin für Ordnung und Gewerbe bei der Stadt Seesen, ist zuversichtlich, dass die Maßnahme Wirkung zeigen wird. „Wir appellieren an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer. Damit erreicht man oft am meisten“, sagt sie. Polizeihauptkommissar Frank Decker betont, dass der Abstand von 1.5 Metern beim Überholen von Radfahrern nur innerorts gelte. Außerhalb von Ortschaften gelte ein Mindestabstand von 2 Metern. Thomas Hunold, Leiter der Straßenmeisterei Seesen, hat schon Pläne im Kopf, wo weitere Räder platziert werden könnten. „In Rhüden zum Beispiel“, sagt er. Und Otto Brodthage, 2. Vorsitzender der Verkehrswacht Seesen-Langelsheim-Lutter, berichtet von guten Erfahrungen, die man bereits in anderen Kommunen gesammelt habe.
Kosten sind für diese Aktion übrigens gar keine entstanden. Die Räder sind als herrenlose Fundsache von der Stadt aufbewahrt worden, wurden von ihren Besitzern allerdings nie abgeholt. Und die Farbe, mit denen Stefan Wischnewski sowie Tamara und Markus Brodthage die Räder lackiert haben, hat die Verkehrswacht gestiftet.