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Blick hinter die Kulissen: Betriebsbesuch beim Palliativstützpunkt Seesen e. V.

Ein starker Wirtschaftsstandort definiert sich nicht allein über Gewerbegebiete, Infrastruktur und Kennzahlen. Die weichen Standortfaktoren – allen voran die soziale Infrastruktur und die medizinische Versorgung – spielen eine entscheidende Rolle für die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger sowie für die Attraktivität einer Region für Fachkräfte. Um den Standort Seesen in seiner gesamten Vielfalt zu kennen und zu präsentieren, stand kürzlich ein Betriebsbesuch beim Palliativstützpunkt Seesen e. V. auf dem Programm.

In der Einrichtung in der Straße "An den Teichen 26" wurde die Wirtschaftsförderung von Frau Susanne Kleine empfangen, die tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte, das Leistungsportfolio und die strategische Bedeutung des Stützpunktes gab.

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Wirtschaftsförderung im Austausch mit Dr. med. Rainer-Joachim Gloeckner und Geschäftsführund Susanne Kleine

Ein Meilenstein für die regionale Versorgung seit 2012

Die offizielle Zulassung der Einrichtung am 1. November 2012 markierte einen wichtigen Schritt für die medizinische und pflegerische SAPV-Versorgung im gesamten Einzugsgebiet. Während des Austauschs stellte Frau Kleine das Engagement von Frau und Herrn Levin heraus und erläuterte, wie es zu dieser glücklichen Fügung durch den involvierten Mediziner Dr. Rainer-Joachim Gloeckner kam, welcher der Einrichtung bis heute als Vorstandsmitglied und Ärztlicher Leiter Impulse gibt. Der Bau des heutigen Stützpunktes wurde seinerzeit auch durch die erfolgreiche Aktivierung von Fördermitteln realisiert – ein klassisches Beispiel dafür, wie gezielt eingesetzte Förderung nachhaltige Strukturen vor Ort schafft.

Ganzheitlicher Ansatz: Alles aus einer Hand

Der Palliativstützpunkt St. Vitus Seesen e.V. koordiniert die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) mit dem Ziel, schwerstkranken und sterbenden Menschen ein würdevolles, schmerzfreies und weitgehend selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung zu ermöglichen. Das Leistungsspektrum umfasst dabei eine medizinisch-pflegerische sowie psychosoziale Rundum-Versorgung. Im Kern wird eine 24-Stunden-Hotline bereitgestellt, über die spezialisierte Ärzte und Palliative-Care-Fachkräfte an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr für Notfälle erreichbar und einsatzbereit sind. Zu den zentralen Aufgaben vor Ort gehören die engmaschige Symptomkontrolle und die gezielte Linderung schwerer Belastungen wie Schmerzen, akuter Atemnot, Angst und Unruhe oder Übelkeit. Darüber hinaus übernimmt der Stützpunkt die professionelle Palliativpflege und steuert als koordinierende Instanz das gesamte SAPV-Netzwerk in Zusammenarbeit mit Hausärzten, ambulanten Pflegediensten, Sanitätshäusern und Apotheken. Neben den medizinischen Maßnahmen steht die psychosoziale und seelsorgerische Begleitung im Fokus. Das Team unterstützt und entlastet die Angehörigen in der extremen Belastungssituation, bietet Raum für Gespräche und richtet die gesamte Betreuung konsequent am individuellen Patientenwillen aus. Von der zentralen Anlaufstelle in der Straße "An den Teichen" in Seesen aus erstreckt sich das Einzugsgebiet weit über die Stadtgrenzen hinaus bis nach Bockenem, den Oberharz und den Landkreis Osterode, wobei eine enge Kooperation mit lokalen Kliniken und umliegenden stationären Hospizen gepflegt wird.

Das Konzept geht über die reine medizinische und pflegerische Versorgung der Patientinnen und Patienten hinaus:

Infrastruktur für Angehörige: Da die psychische und physische Belastung für Familienmitglieder in diesen Lebensphasen extrem hoch ist, verfügt die Einrichtung über eine eigens hergerichtete Wohnung. Hier erhalten Angehörige die Möglichkeit, sich in unmittelbarer Nähe zurückzuziehen und zur Ruhe zu kommen.

Bürokratische Entlastung: Ein wesentlicher Baustein des Services ist die Übernahme des Antragswesens für die Patienten und deren Familien. Durch diesen "Alles aus einer Hand"-Ansatz wird den Betroffenen in organisatorischen Fragen der Rücken freigehalten.

Bei der Führung durch das Gebäude und die verschiedenen Arbeitsbereiche wurde der bauliche und konzeptionelle Standard deutlich. Jedes Detail der Immobilie ist durchdacht. Die vorhandenen Meetingräume werden nicht nur intern genutzt, sondern stehen im Sinne der lokalen Vernetzung auch anderen Vereinen und gemeinnützigen Institutionen zur Verfügung. Ein zentrales Thema für jedes Unternehmen und jede Einrichtung am Standort Seesen ist die Fachkräftesicherung. Im Gegensatz zum allgemeinen Trend im Gesundheitssektor konnte Frau Kleine für den Palliativstützpunkt eine positive Zwischenbilanz ziehen: Von einem akuten Fachkräfteengpass könne man hier derzeit erfreulicherweise nicht sprechen. Die Einrichtung legt Wert darauf, dass neue Teammitglieder nicht nur fachlich qualifiziert sind, sondern auch  menschlich in das Gefüge passen. Dass diese Philosophie erfolgreich gelebt wird, sichert die Qualität der Arbeit und stärkt den Stützpunkt als verlässlichen Arbeitgeber in Seesen. Der Besuch beim Palliativstützpunkt Seesen e. V. unterstreicht, dass Seesen über eine bedarfsorientierte soziale Infrastruktur verfügt. Jene Einrichtungen sind ein wesentlicher Baustein für die Lebensqualität vor Ort. Sie signalisieren sowohl Fachkräften, die in die Region ziehen möchten, als auch ansässigen Unternehmen, dass in Seesen eine professionelle Versorgungskette in allen Lebensphasen gewährleistet ist.

Wir bedanken uns für die offenen Einblicke, diese wertvolle Arbeit und wünschen dem Palliativstützpunkt Seesen e. V. weiterhin viel Erfolg am Standort Seesen.

Sie wollen Ihr Unternehmen ebenfalls vorstellen oder haben Gesprächsbedarf? Dann sprechen Sie uns gerne an und vereinbaren einen gemeinsamen Termin unter 05381 75 278 oder über klapproth@seesen.de.


Bild vergrößern: Wirtschaftsförderung im Austausch mit Vorstandsmitglied Brigitte Levin und Geschäftsführerin Susanne Kleine
Wirtschaftsförderung im Austausch mit Vorstandsmitglied Brigitte Levin und Geschäftsführerin Susanne Kleine

 

Bild vergrößern: Entlastungswohnung für Angehörige im Palliativstützpunkt
Entlastungswohnung für Angehörige im Palliativstützpunkt
Bild vergrößern: Meetingraum im Palliativstützpunkt
Meetingraum im Palliativstützpunkt
01.07.2026