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Wartezeit für Reisepässe momentan deutlich erhöht - Express-Bearbeitung möglich

Wer dieser Tage einen Reisepass beantragen oder verlängern möchte, braucht ein wenig Geduld. Wegen außergewöhnlich hoher Bestellzahlen kommt die Berliner Bundesdruckerei mit der Erledigung nicht hinterher, informiert das Bundesinnenministerium. Verzögerungen von mehreren Tagen sind die Folge. 

„In der Zeit vor den Sommerferien dauert es immer etwas länger, und wir weisen die Bürgerinnen und Bürger schon seit Jahren regelmäßig darauf hin“, sagt Bürgerbüro-Abteilungsleiterin Laura Omiecina. Allerdings seien die Wartezeiten in diesem Sommer schon bedeutend länger – nur: die Stadt Seesen trägt keinerlei Verantwortung dafür. „Als kommunale Verwaltung nehmen wir die Anträge entgegen, bearbeiten sie und händigen später die Reisepässe an die Bürger aus“, so Laura Omiecina weiter. Die jetzigen Verzögerungen entstehen in Berlin, und darauf hat die Stadt Seesen nun einmal keinen Einfluss.

Ein Grund für die deutlich erhöhte Wartezeit in diesem Sommer mag daran liegen, dass seit dem Jahreswechsel auch Kinder und Jugendliche einen „richtigen“ Reisepass brauchen. Die Kinderreisepässe gibt es seit dem 31.12.2023 nicht mehr.

„Im Jahr 2023 haben wir 511 Reisepässe für Erwachsene ausgestellt und 388 Kinderreisepässe“, berichtet Laura Omiecina. In diesem Jahr sind es bis jetzt 417 Reisepässe – und das Jahr ist gerade mal zur Hälfte um. Bürger, die auf ihre Dokumente nicht länger warten wollen oder können, weil sie beispielsweise einen Urlaub antreten möchten, haben die Möglichkeit, einen so genannten Express-Reisepass zu bestellen. Dieser ist innerhalb weniger Tage fertig, kostet aber deutlich mehr. Die Gebühren für einen normalen Pass betragen 70 Euro für Personen ab 24 Jahren und 37,50 Euro für jüngere Menschen. Für die Express-Lieferung wird – unabhängig vom Alter der Antragsteller – ein Sonderzuschlag von 32 Euro fällig. Dazu kommt: Wer auf dem normalen Weg einen Reisepass beantragt hat und dann feststellt, dass eine Express-Lieferung erforderlich ist, zahlt dreifach: 70 Euro für den zuerst beantragten Reisepass und dann noch einmal 70 plus 32 Euro für die zweite Antragstellung inklusive Express-Zuschlag. „Wird es zeitlich knapp, raten wir den Bürgern meist zum Express-Verfahren“, erklärt Laura Omiecina. „So wird wenigstens nicht die doppelte Gebühr für die zweifache Antragstellung erhoben.“

Sorgt das nicht auch oft für Frust im Bürgerbüro? „Nein“, sagt Laura Omiecina, „die meisten Menschen verstehen ganz gut, dass wir keine Schuld an den Verzögerungen tragen. Als Stadtverwaltung beraten wir die Menschen und im Zweifelsfall heißt das, ihnen den Express-Versand zu empfehlen, damit der Urlaub nicht gefährdet wird.“

Bild vergrößern: Ein neuer Pass muss im Bürgerbüro des Rathauses beantragt werden
Ein neuer Pass muss im Bürgerbüro des Rathauses beantragt werden