Seiteninhalt

125. Todestag von William Steinway

Bild vergrößern: 125. Todestag von William Steinway
125. Todestag von William Steinway

William Steinway, im Jahr 1835 als Wilhelm Steinweg in Seesen geboren, war einer der Söhne des Klavierbauers Heinrich Engelhard Steinweg, der in der Harzstadt seine ersten Instrumente baute, bevor die Familie im Jahr 1850 nach New York auswanderte. Dort begann ab 1853 mit der Gründung von "Steinway & Sons" die Erfolgsgeschichte einer Familiendynastie, die mit ihren Qualitätsprodukten fortan alle Welt "überflügelte".

William war Deutsch-Amerikaner und Amerika-Deutscher, ein transatlantischer Weltbürger und heimatverbundener Mensch zugleich, der auf seinen vielen Reisen nach Europa kaum eine Gelegenheit ausließ, seine Geburtsstadt Seesen zu besuchen. Hier traf er alte Schulfreunde, sang mit im örtlichen Männergesangverein, machte Ausflüge in die nähere Umgebung und zeigte sich stets freigiebig, wenn er Stadt, Vereine und Schulen mit Geldern unterstützte, den Bau eines Kurparks finanzierte und auch so manches Klavier verschenkte. Er wurde Ehrenbürger und bei seinem letzten Besuch im Jahr 1892 wie ein Staatsgast von der ganzen Stadt empfangen.

Vor 125 Jahren, in den frühen Morgenstunden des 30. November 1896, starb William Steinway in seinem Stadthaus in Manhattan im Kreise seiner Kinder. Er wurde 61 Jahre alt. Einige Wochen zuvor war er am Typhus-Fieber erkrankt. Nach zwischenzeitlicher Besserung bescheinigt ihm sein Arzt, dass einer vollständigen Genesung nichts im Wege stünde. Doch nach einem erneuten Krankheitsschub fällt William ins Delirium und stirbt.

In Seesen erfährt man Anfang Dezember vom überraschenden Tod des Ehrenbürgers, dessen erneuter Besuch einige Monate später bereits geplant gewesen war.

Hier, in seiner Vaterstadt, erinnerte man sich später lange Jahre übrigens immer am 8. November des Todes seines Ehrenbürgers. Sei es bei der Einweihung des Gedenksteins im Kurpark im Jahr 1953 oder bei den vielen Steinway-Konzerten rund um diesen wohlweislich gewählten Termin.

In Seesen war man nämlich aufgrund fehlerhafter Aufzeichnungen davon überzeugt, dass William Steinway bereits am 8. November 1896 verstorben sei. Ein verkannter Todestag!

Originalexponate aus der Steinway-Sammlung des Museums

Aus Anlass des 125. Todestages des Seesener Ehrenbürgers William Steinway holt das Städtische Museum Seesen einige Originalexponate und -dokumente aus seiner Steinway-Sammlung im Magazin hervor und präsentiert diese für Besucherinnen und Besucher bis Jahresende in einer Sonder-Vitrine. Darunter der Original-Ehrenbürgerbrief aus dem Jahr 1888 und eine Büste, die durch seinen Enkelsohn Henry Z. Steinway zurück in die Harzstadt, ins Museum gelangte. Weiterhin sind – auch familiäre – Fotoaufnahmen sowie ein handschriftlicher Poesiealbumeintrag des 12-jährigen Wilhelm Steinweg zu sehen.

Das Städtische Museum hat geöffnet dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Der Zutritt ist unter Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Bestimmungen möglich. Informationen sind unter Telefon 05381-48891 oder E-Mail museum@seesen.de erhältlich.