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Neue Ausstellung im Museum

Bild vergrößern: Winfried Spickermann
Winfried Spickermann

Ab sofort zeigt das Städtische Museum Seesen eine Skulpturen- und Bilderausstellung des Seesener Künstlers Winfried Spickermann. Speckstein und neuerdings auch Draht sind die Hauptmaterialien, die hier Verwendung finden, und die Spickermann als Medium zur Selbstöffnung, dem Zugang zum inneren Ich, bezeichnet.

Der Beginn seines künstlerischen Schaffens liegt im Jahr 2016, als er im Rahmen einer Reha-Maßnahme erstmals mit dem Material Speckstein in Berührung kam und nach anfänglicher Skepsis und Ratlosigkeit eine Art Offenbarung erlebte: „Ich erkannte plötzlich Konturen, Formen und alles war mit einem Mal so einfach geworden“, beschreibt Spickermann diesen Moment. „So fing ich an, diese nachzuformen. Ich habe mich zurückgenommen und dem Stein die Führung überlassen. Jede Änderung der Kontur – überall waren Zeichen, Hinweise im Stein. Alle Formen und Konturen sind überraschenderweise im Stein vorhanden. Es gilt diese zu erkennen und ihnen zu folgen.“

Seitdem hat Spickermann zahlreiche Skulpturen und kombinierte Bilder aus Speckstein geschaffen, dessen vielfältige Verwendung eine lange, weltweit verbreitete Tradition hat. Als Material für die Herstellung von Gebrauchsgegenständen, und beispielsweise auch Siegeln, spielt das Gestein seit über drei Jahrtausenden eine wichtige Rolle. Bereits die Wikinger haben aus Speckstein Kochgeschirr und Schmuck hergestellt. Je nach Herkunftsregion besitzt der Stein unterschiedliche Eigenschaften. Aus finnischem Speckstein werden Steinöfen hergestellt. Der weichere Speckstein, welcher in Thailand, Australien und Afrika zu finden ist, wird bevorzugt von Bildhauern für künstlerische Arbeiten verwendet.

Neben den Speckstein-Skulpturen zeigt die Ausstellung auch Werke jüngeren Datums, bei denen Spickermann auf andere Materialien setzt, darunter insbesondere Draht. Nicht nur aus diesem Grund hat er diese Werkserie „Frischer Wind“ betitelt. Dazu der Künstler: „Die Ausstellung zeigt Bewegung. Hierbei geht es aber nicht um die eigene Bewegung, sondern um das Bewegtwerden. Die Inspiration hierfür hat ihren Ursprung in der Natur. Und wie es der Titel schon verrät, geht es um den Wind, aber auch um Erfrischung und Neues. Hierfür ist es wichtig, dass wir uns öffnen und zulassen, unser Bewusstsein, unser eigenes Ich neu zu entdecken.“

Die Ausstellung im Städtischen Museum Seesen ist zu sehen bis zum 21. November 2021. Geplant sind während der Laufzeit auch kleine Künstlerführungen, deren Termine und Teilnahmebedingungen noch kurzfristig öffentlich mitgeteilt werden.

Das Städtische Museum ist für Besucherinnen und Besucher geöffnet dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Der Zugang ist nach der 3G-Regel sowie unter Einhaltung der Basis-Hygieneregeln möglich.