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»Operation Legendär«: App macht Synagoge sichtbar

Bild vergrößern: Der ehemalige Jacobs-Tempel.
Der ehemalige Jacobs-Tempel.

Jüdische Geschichte im Braunschweiger Land sichtbar und erlebbar machen – kein geringeres Ziel hat sich das Israel Jacobson Netzwerk e.V. gesetzt. In Kooperation mit der Stadt Seesen ist es dem Verein nun gelungen, die ehemalige Seesener Synagoge, den Jacobs-Tempel, auf spielerische Art und Weise in einer App zu entdecken. „Das Israel Jacobson Netzwerk hat einen völlig neuen und innovativen Zugang gewählt, um einen sehr wichtigen Teil deutsch-jüdischer Geschichte wieder präsent zu machen“, erklärt Bürgermeister Erik Homann. Der Reformer und Rabbiner Israel Jacobson gründete in Seesen im Jahr 1801 die erste Reformschule der Welt, die sowohl von jüdischen als auch christlichen Schülerinnen und Schülern besucht wurde – ein Meilenstein des modernen Judentums, dessen integrativer Leitgedanke aktuell bedeutsamer denn je ist. Die Synagoge auf dem heutigen Seesener Marktplatz war Bestandteil des damaligen Schulensembles, zu dem neben der Jacobson-Schule (heutiges Jacobson-Haus) auch das Haus des Direktors und das Alumnat gehören.

Alle Gebäude werden in der App mittels Extended Reality dargestellt: Durch die Kamera des Smartphones werden die Häuser visualisiert – und interaktiv erlebbar gemacht, denn durch Bewegungen kann der Nutzer den Blickwinkel ändern und seine Umgebung eigenständig erforschen. Gemeinsam mit vier Schülern der Jacobson-Schule – Elisabeth Dannenberg, Konrad Feuerlein, Michael Moses Grünbaum und Hermann Hille – begibt sich der User in die damalige Schulzeit und wird Zeuge eines großen Schülerstreichs, den die Vier dem Schuldirektor spielen. Auf unterhaltsame Art und Weise entdeckt der Nutzer dadurch die damaligen Gebäude und ihre historisch so bedeutsamen Bestandteile, wie etwa die Orgel in der Synagoge, die damals als revolutionäre Neuerung galt – denn im orthodoxen Judentum war es untersagt, Musik in der Synagoge erklingen zu lassen.

In enger Zusammenarbeit mit Dr. Joachim Frassel ist es Projektleiter Dr. Jörg Munzel und seinem Team gelungen, die Synagoge nicht nur von außen detailgetreu abzubilden, sondern auch markante Elemente innerhalb des Gebäudes widerzugeben. Neben der Orgel sind so auch die Bima, das Lesepult in der Synagoge, der Toraschrank oder auch die Frauenempore dargestellt. „Die App bietet die Möglichkeit, die in der Pogromnacht völlig zerstörte Synagoge und ihre weltweit einzigartigen Besonderheiten wieder erlebbar zu machen“, so Homann. Die App steht kostenlos zur Verfügung.

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Bild vergrößern: Hier öffnet sich die App im App Store.
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