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"Neue Verordnung birgt weitere Hürde"

Bürgermeister Erik Homann
Bürgermeister Erik Homann

„Der neue Verordnungsentwurf der Niedersächsischen Landesregierung sieht weitere Lockerungen und Öffnungsschritte vor, um wieder mehr Menschen einen sicheren Zugang zu Geschäften und Restaurants zu ermöglichen. Jedoch stellt die Verordnung Einzelhändler, deren Geschäfte nicht zur Grundversorgung gehören, vor eine große Herausforderung:

War der Zutritt zu Geschäften bis zum jetzigen Zeitpunkt nur mit Terminvereinbarung gestattet, um eine mögliche Infektionskette nachvollziehen zu können und die begrenzte Personenanzahl einzuhalten, müssen Kunden ab Montag entweder ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder eine Bescheinigung über eine vollständige Genesung vorweisen können. Die Negativ-Bescheinigung erhalten sie ausschließlich bei entsprechend eingewiesenem Personal – zum Beispiel in einem Testzentrum. Ein negativer Selbsttest reicht nicht aus. Es ist fraglich, ob Kunden im Vorfeld eines Einkaufs den Aufwand auf sich nehmen und sich im Testzentrum testen lassen. Selbst wenn die Einzelhändler durch einen Arzt eingewiesenes Personal bereitstellen würden, welches die Tests direkt vor dem Geschäft durchführen könnte, müssten Kunden noch immer 15 Minuten auf das Ergebnis des Corona-Schnelltests warten. Ich habe die Befürchtung, dass durch die Testpflicht die Kaufkraft erneut ausgebremst wird – für unsere Seesener Einzelhändler wäre dies ein weiterer Rückschlag in einer ohnehin schon existenzbedrohenden Zeit. Wichtig ist: Bei Geschäften der notwendigen Grundversorgung, z.B. Lebensmittel, sieht der Verordnungsentwurf keinen Testnachweis vor.

Die neuen, kurzfristig von der Landesregierung ergriffenen Maßnahmen sind sicherlich notwendig, um weitere Lockerungen wie Restaurantbesuche zu ermöglichen, werfen bei den Akteuren jedoch viele Fragezeichen bezüglich ihrer Umsetzung auf. Wir arbeiten eng mit Wirtschaft, Einzelhandel und Stadtmarketing zusammen, um Lösungen zu entwickeln und die hohen neuen Anforderungen erfüllen zu können und werden darüber hinaus auch die Kapazitäten im Seesener Testzentrum im Rahmen der Leistungsfähigkeit erhöhen.“