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"Kriegsende in Seesen" jetzt als Buch

Neuer Katalog zum Thema Kriegsende
Neuer Katalog zum Thema Kriegsende

In diesen Tagen ist ein neues Buch zur Seesener Lokalgeschichte erschienen. Es handelt sich um den Katalog zur gleichnamigen Sonderausstellung „Zwischen fünf nach zwölf und Stunde Null – Kriegsende 1945 in Seesen“, die im vergangenen Jahr im Städtischen Museum Seesen zu sehen war. Aus verschiedenen Perspektiven wurde in der Ausstellung dargestellt, wie die Menschen in und um Seesen diese Wochen und Monate erlebt haben: Die Einheimischen lebten in den ersten Apriltagen beispielweise zunächst „in Erwartung des Feindes“ und begegneten dem Einmarsch selbst mit dem bangen Ruf „Sie sind da!“. In einer sich zunehmend auflösenden Ordnung kommt es zu „Plünderungen“ von vielen Seiten. Für die Kriegsgefangenen, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge ist der Einmarsch der Amerikaner die „Befreiung“. Und ein Besatzungssoldat dokumentiert den Mai 1945 aus der Sicht eines „Amerikaners in Seesen“. So lauten dann auch die Überschriften der einzelnen Kapitel, die den Katalog untergliedern.

Diesem Hauptthema vorangestellt sind Zeugnisse von „Seesen unterm Hakenkreuz“. Einzelexponate und Fotos veranschaulichen die Nazifizierung und Militarisierung einer Stadt. Dass die Seesener den Krieg bis zu dessen Ende vornehmlich indirekt und als mittelbare Bedrohung aus der Luft erlebten, wird in Erinnerungen, Briefauszügen und Tagebucheintragungen anschaulich gezeigt. „Ausstellung wie nun auch der Katalog“, so Museumsleiter Dirk Stroschein, „wollen weitere Mosaiksteine ins große Bild der Seesener Stadtgeschichte einfügen und damit versuchen, dieses weiter zu schärfen. Gleichzeit gilt: Geschichte ist nie auserzählt.“ Die Sonderausstellung im Städtischen Museum ist inzwischen beendet. Um deren Inhalte den Interessierten davon unabhängig und weiterhin zugänglich zu machen, gibt die Stadt Seesen nun diesen Katalog mit allen gezeigten und zusätzlichen Inhalten heraus.

Der Buchkatalog ist für 10 Euro erhältlich im Städtischen Museum Seesen, Wilhelmsplatz 4. Während der pandemiebedingten Schließung kann er telefonisch unter der Nummer 05381-48891 bestellt und zu einem vereinbarten Termin vor Ort abgeholt werden. Aus organisationsplanerischen Gründen sowie aufgrund von Ausstellungsumbauten bleibt das Museum aktuell noch für den Publikumsverkehr geschlossen. Eine Wiederöffnung ist für die Woche nach Ostern geplant, so es die Bedingungen dann weiterhin erlauben. Ein genauer Öffnungstermin sowie die dann geltenden Zugangsbedingungen werden entsprechend öffentlich mitgeteilt.