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Zum 150. Todestag von Steinweg

Heinrich Engelhard Steinweg
Heinrich Engelhard Steinweg

Sein Name steht weltweit für präzises Handwerk und höchste Qualität: Gemeinsam mit seinen Söhnen „überflügelte“ Heinrich Engelhard Steinweg die Welt mit seinen Instrumenten und schuf dank seiner Hartnäckigkeit und seines Innovationswillens die Grundlagen für das moderne Klavier. Noch heute zählt ein Flügel der Firma „Steinway & Sons“ zu den besten seiner Art.

Geboren wurde der Namensgeber am 22. Februar 1797 in Wolfshagen im Harz als viertes Kind eines Köhlers – Mangel, Not und Verlust prägten die Kindheit Steinwegs während der napoleonischen Kriege. Nach seinem Einsatz in der Armee kehrt er 1818 an den Harzrand zurück und wird zunächst Tischler, obwohl seine Leidenschaft schon damals im Instrumentenbau liegt. Sieben Jahre später wird er als Meister in der Tischlergilde aufgenommen, zieht nach Seesen und heiratet hier Juliane Thiemer, die ihm seinen ersten Sohn schenkt. Die Familie wächst, ein Haus wird gekauft, den Unterhalt verdient er mehr schlecht als recht mit Tischlerarbeiten. Lediglich als Hobby, so würde man es heute nennen, aber mit Leidenschaft und höchster Fertigkeit ausgeübt, bleibt der Bau von Musikinstrumenten. 1836 wagt er schließlich den Schritt und annonciert ein fertiggestelltes Klavier zum Verkauf, stellt weitere, bessere Instrumente in Aussicht, nennt sich nun offiziell „Instrumentenmacher“. Nur drei Jahre später wird der Herzog auf einer Industrieausstellung in Braunschweig schließlich auf den Klavierbauer aufmerksam und kauft ihm ein Instrument ab – die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie bessern sich jedoch nicht und auch in der Tischlerei ist nicht genügend Platz, um alle Söhne unterzubringen. Steinweg wagt daher 1850 einen großen Schritt und wandert mit seiner gesamten Familie von Seesen nach New York aus.

Erst drei Jahre später, nachdem er den Markt für Klavierbauer in New York genauestens studiert hat, gründet er im März 1853 das Familienunternehmen „Steinway & Sons“. Jedes Familienmitglied hat dabei seine eigene Rolle: Henry jr. und Theodore sind als Entwickler und Konstrukteure tätig, William bewies Talent als Kaufmann und im Marketingbereich und die Frauen der Familie wurden als Klavierlehrerinnen für potentielle Käufer eingesetzt. Ein Erfolgskonzept, das aufging: 1860 eröffnete die Familie eine neue große Fabrik an der 4th Avenue, nur fünf Jahre später wurde die Steinway Hall eingeweiht – eine Konzerthalle inklusive Ausstellungsraum. 1870 kaufte Sohne William schließlich Land in Queens und expandierte weiter, bis schließlich ein gesamter Stadtteil nach der Familie benannt wurde: Steinway Village. Am 7. Februar 1871 stirbt Heinrich Engelhard Steinweg schließlich in New York – doch sein Name lebt weiter, auch in Seesen:

Hier wird die Erinnerung an die Ursprünge der Familie Steinweg und damit an die weltumspannende Erfolgsgeschichte der Klavierbauer von „Steinway & Sons“ bis heute wachgehalten in der Dauerausstellung im Städtischen Museum in Seesen sowie auf dem „Steinway Trail“, einem kulturhistorischen Wanderweg von Wolfshagen nach Seesen.

Hörfunk-Tipps

Der 150. Todestag von Heinrich Engelhard Steinweg gab Anlass zu Recherchen von zwei Hörfunk-Journalisten, die sich vor Ort in der Steinway-Ausstellung im Städtischen Museum Seesen sowie am Steinway-Trail in Seesen und Wolfshagen auf Spurensuche begaben und Interviews für ihre Sendungen führten.

Die Ergebnisse sind zu hören am Sonntag, 7. Februar, in der Sendung „ZeitZeichen“ auf WDR 5 von 9.45 bis 10.00 Uhr und auf WDR 3 von 17.45 bis 18.00 Uhr. Zum anderen wird Heinrich Engelhard Steinweg an diesem Tag auch Thema sein im Deutschlandfunk im „Kalenderblatt“ (um 9.05 Uhr) sowie in der Sendung „Sonntagsspaziergang“ von 11.30 bis 13.00 Uhr. Alle Sendungen sind nach der Ausstrahlung auch in der ARD- und DLF-Audiothek sowie als Podcasts abrufbar.