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Verordnungen stellen Stadt vor Herausforderungen

Die Umsetzung erfordert eine gute Planung.
Die Umsetzung erfordert eine gute Planung.

Der von Bund und Ländern gefasste Beschluss über erste Lockerungen der sozialen Kontaktbeschränkungen stellt die Kommunen und somit auch die Stadt Seesen vor große Herausforderungen, insbesondere was die Erweiterung der Notbetreuung und Öffnung der Bücherei betrifft. Am Freitagnachmittag wurde die neue Verordnung des Landes bekanntgemacht – mit Neuerungen, die bereits am Montag umgesetzt werden sollten. „Wir haben ein sehr kleines Handlungsfenster, um die vorgegebenen Maßnahmen umzusetzen“, erklärt Bürgermeister Erik Homann. Vor allem die Notbetreuung in den Kindertagesstätten gestalte sich als äußerst schwierig, da zunächst nicht bekannt war, um welche Berufsgruppen es sich im Detail handelte. „Wir haben verständlicherweise viele Anfragen von besorgten Eltern erhalten, die ebenso wie wir verunsichert waren.“ Inzwischen herrscht Klarheit: Anspruch auf einen Platz in der Notbetreuung haben nun auch Kinder von Eltern, die in einem Berufszweig von öffentlichem Interesse tätig sind. Dazu zählen beispielsweise die Bereiche Energieversorgung, Logistik und Transport oder auch Finanzen. Darüber hinaus stellt sich die Frage der Machbarkeit, da pro Gruppe nur eine bestimmte Anzahl an Kindern in der Notbetreuung zugelassen ist. „Wir versuchen natürlich jeder Familie gerecht zu werden, müssen dabei aber im vorgegebenen Rahmen bleiben“, so Axel Henniges, Fachbereichsleiter für Familie, Bildung und Soziales. Eine gute Nachricht für alle Eltern kann die Stadt schon jetzt verkünden: Auch für den Monat Mai werden weder die Kita-Kosten noch die Gebühren für das Essen einbezogen.

Auch für die unvorhersehbare Wiederöffnung der Bücherei müssen unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden. In der Verordnung war zunächst nur die Rede von der Öffnung der Hochschulbibliotheken – innerhalb weniger Stunden wurde dieser Passus geändert. „Wir wissen, dass einige Kommunen im Landkreis ihre Bücherei vorerst nicht öffnen werden. Wir halten es gerade in diesen Zeiten für sinnvoll, ein vielfältiges Angebot an Spielen und Büchern vorzuhalten und arbeiten mit Hochdruck daran, die geforderten Maßnahmen zur Öffnung umzusetzen“, so Thorsten Scheerer, Leiter des Fachbereichs Kultur und Jugend bei der Stadt Seesen. Auch in der Bücherei soll mithilfe von Markierungen ein Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden, zusätzlich wird an der Information eine Plexiglasscheibe installiert und die Rückgabesituation optimiert – zum Schutz der Besucher*innen und Mitarbeiter*innen. Je nachdem wie schnell die Maßnahmen umgesetzt sind, öffnet die Stadtbücherei Seesen wieder ihre Türen. Die Stadt wird darüber informieren.