Seiteninhalt

Zum Schutz von Kulturgut: Notfallverbund gegründet

Bild vergrößern: Abgebildet ist der Leiter des Städtischen Museums Seesen, Dirk Stroschein, bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zur Gründung eines Notfallverbunds.
Dirk Stroschein bei der Unterzeichnung.

Vierzehn Partner aus der Region Südniedersachsen, die Träger kulturgutbewahrender Einrichtungen (Museen, Archive, Bibliotheken) sind, haben zum 01.01.2023 den „Notfallverbund zum Schutz von Kulturgut in Südniedersachsen“ gegründet - darunter auch die Stadt Seesen. 
Bundesweit gibt es 59 Notfallverbünde, die überwiegend einen städtischen Zuschnitt haben. Ein regionaler Notfallverbund im ländlichen Raum über mehrere Landkreise hinweg, wie er hier gegründet wurde, ist jedoch bisher ziemlich einzigartig. Initiator und Verbundkoordinator ist der Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.. Archive Museen und Bibliotheken sind das lokale, regionale und nationale Gedächtnis der Menschen. Sie bewahren - im Falle der Archive tatsächlich im Wortsinn - die Identität einzelner Personen, der Kommune, der Region. Diese Objekte zu schützen ist ihre Aufgabe.
In Südniedersachsen werden in vielen Einrichtungen Kulturgüter von städtischer, regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung verwahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Durch Naturkatastrophen, Feuer, Wasser, technische Defekte, äußere Gewalt oder andere unvorhersehbare Ereignisse können jedoch bei jeder dieser Einrichtungen Schäden eintreten, denen mit eigenen Mitteln und Kräften allein nicht begegnet werden kann. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk benötigen in Katastrophenfällen die Unterstützung von Fachleuten, um die Schäden am Kulturgut durch ihren Einsatz nicht noch zu vergrößern, die richtigen Prioritäten zu setzen und sachgerecht mit den geretteten Kulturgütern umzugehen.
Zweck des Notfallverbundes ist es, die Fachkräfte benachbarter Einrichtungen aktivieren zu können und deren schnelle Erreichbarkeit zu sichern, um im Notfall ausreichend sachkundige Helfer zur Verfügung zu haben. Um für den Fall einer akuten Katastrophe vorbereitet zu sein und sich gegenseitig unterstützen zu können, verabreden die Teilnehmenden des „Notfallverbunds Südniedersachsen“ sich bereits im Vorfeld durch Absprachen, bei Übungen oder bei Abstimmungen mit Behörden zu unterstützen.
Zudem vereinbaren die Einrichtungen, gemeinsame Notfallvorsorge zu betreiben und sich in der Prävention fortzubilden um so Havarien im eigenen Haus nach Möglichkeit zu verhindern oder besser handhaben zu können. Damit wird Kulturgut durch die Bündelung von Kräften und Kompetenzen besser geschützt. Dem Notfallverbund Südniedersachsen sind die folgenden Träger, teilweise mit mehreren Einrichtungen, beigetreten bzw. werden ihm beitreten: Georg-August-Universität, Museum Friedland, Museum Schloss Fürstenberg, Land Niedersachsen, Landkreis Holzminden, Landschaftsverband Südniedersachsen, Stiftung Welterbe im Harz sowie die Städte Göttingen, Alfeld, Einbeck, Northeim, Seesen, Uslar und Duderstadt.

05.01.2023