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100 Jahre Frauenwahlrecht: Noch viel zu tun

100 Jahre Frauenwahlrecht
100 Jahre Frauenwahlrecht

Ein Jahrhundert ist es her, dass Frauen zum ersten Mal in einer Verfassung das Wahlrecht zugesprochen wurde. Die Kreisfrauenunion Seesen  hatte ins Restaurant „Wilhelmsbad“ eingeladen, um das Jubiläum gebührend zu feiern und gleichzeitig auf die immer noch andauernden Missstände aufmerksam zu machen.

Kein eigenes Bankkonto bis 1977

„Auch heute haben wir noch einen langen Weg vor uns. Noch immer haben Frauen Nachteile, wenn sie zum Beispiel Kinder bekommen“, sagte Bürgermeister Erik Homann in seinem Grußwort. Mit dem Ausruf der Weimarer Republik am 9. November 1918 änderte sich zwar das Regierungsprogramm: Frauen durften von nun an offiziell am politischen Leben teilhaben. Auf eine Stufe wurde das weibliche mit dem männlichen Geschlecht aber noch lange nicht gestellt. So durften Frauen bis 1962 nicht einmal ein eigenes Bankkonto eröffnen und bis 1977 nur mit der Erlaubnis ihrer Männer arbeiten gehen und eigenes Geld verdienen.

Arbeit und Familie zu vereinen stelle für viele noch immer eine große Hürde dar, so Homann. „Ich sehe es selbst in meiner eigenen Familie. Es kann nicht sein, dass eine Frau schief angeschaut wird, wenn sie ihr Kind in eine Krippe gibt um zu arbeiten.“

Marlies Dornieden, Kreisrätin des Landkreises Göttingen, machte in ihrer Rede auch auf den rückläufigen Anteil der Frauen in der Politik aufmerksam – allein in ihrem Landkreis gibt es keine einzige Bürgermeisterin mehr.