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Unternehmertag in Seesen: „Nicht lamentieren, nicht jammern!“

Dr. Jörg Munzel, Erik Homann und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann.
Dr. Jörg Munzel, Erik Homann und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann.

Ja, Seesen liegt im ländlichen Raum, hat keine Universität vor Ort und somit auch nicht die Dichte an jungen Menschen. Trotzdem oder gerade deswegen soll die strukturschwache Region wirtschaftlich gepusht werden, um an die glorreichen vergangenen Zeiten anzuknüpfen – da sind sich alle Teilnehmer des Unternehmertages sicher, allen voran Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann und Bürgermeister Erik Homann. Am frühen Montagabend haben sich Vertreter einiger Unternehmen im Jacobson-Haus getroffen, um sich über neue Möglichkeiten im Rahmen des Entrepreneurship-Programms auszutauschen.

"Wir brauchen keine Schaukelstuhlpolitik"

„Es liegt an uns, was aus dieser Stadt wird. Entrepreneurship bedeutet: Nicht jammern, nicht lamentieren, sondern sein Schicksal selbst in die Hand nehmen“, motivierte Erik Homann die rund 100 Zuhörer im Bürgersaal. Dr. Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung möchte den frischen Unternehmergeist in Seesen so gut es geht unterstützen: „Niedersachsen ist ein wirtschaftlicher Player. Da brauchen wir keine
Schaukelstuhlpolitik." Er betonte in seiner Rede vor allem die Notwendigkeit des Ausbaus des schnellen Glasfasernetzes im ländlichen Raum. „Ich habe noch im Auto vor dem Jacobson-Haus ein Interview geführt, weil die Verbindung unterwegs ziemlich schlecht war“, erzählt Althusmann.

Auszeichnung der Schülerinnen und Schüler des App-Bootcamps.
Auszeichnung der Schülerinnen und Schüler des App-Bootcamps.

Das Entrepreneurship-Programm ist auf insgesamt drei Jahre angesetzt und soll junge Start-Up-Unternehmen nach Seesen ziehen. „Wir erzielen bereits jetzt erste Erfolge, es hat angefangen sich zu bewegen“, so Homann. Erst im September haben 17 Schülerinnen und Schüler des Jacobson-Gymnasiums in einem App-Bootcamp Grundlagen des Programmierens erlernt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Informatik an Schulen noch kein Pflichtfach sei, war die Projektwoche gut, erklärt Schulleiter Stefan Bungert in der Podiumsdiskussion. „Die Schüler haben gelernt, dass das alles keine Böhmischen Dörfer sind und man auch das Programmieren einer App einfach lernen kann.“

Netzwerke spinnen

Der renommierte Experte Professor Dr. Reza Asghari knüpfte daran an: „Entrepreneure sind Problementdecker und -löser. Sie packen an.“ Das gehe aber nur im richtigen Umfeld, es brauche ein Start-Up-Ökosystem. Die Stadt Seesen möchte jungen Unternehmern genau dieses Umfeld liefern – nicht nur mit Räumlichkeiten, sondern auch mit einem gut funktionierenden Netzwerk, das auch an diesem Abend weitergesponnen wurde.