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„Fast wie Sport“ – jüdisches Konzert in der St. Andreas Kirche

"Niggun ist für mich wie Sport" - Michael Stach riss die Zuschauer mit.
"Niggun ist für mich wie Sport" - Michael Stach riss die Zuschauer mit.

Synagogale Musik – der Begriff wirkt auf den ersten Blick für den ein oder anderen sperrig, langweilig und wenig greifbar. Dass jüdische Musik aber fröhlich, mitreißend und vor allem temperamentvoll ist, hat das „Jewish Music Studies Ensemble“ am Donnerstagabend eindrucksvoll und herzerwärmend in der St. Andreas Kirche gezeigt.

Das Konzert galt als Höhepunkt des internationalen Kongresses zu Israel Jacobson. Michael Stach und das von ihm mitgegründete Ensemble aus Hannover führten die Zuhörer unterhaltsam durch die verschiedenen Facetten jüdischer Musik. „Klezmer ist nicht nur jüdische Tanzmusik!“, stellte der Lehramtsstudent zu Beginn des Konzerts klar. Und er sollte Recht behalten: Von spritzigen Klängen, bei denen Stach gemeinsam mit Klarinettistin Paula Breland die Beziehung zwischen Mann und Frau sehr provokativ und unterhaltsam widerspiegelte, über textlose Melodien, durch deren immer schneller werdende Wiederholungen sich die Musiker fast in einen Zustand der Exstase sangen bis hin zu bekannten Klassikern wie Leonard Cohens „Halleluja“ wurden die Zuschauer durch die Welt jüdischer Musik geführt.

Nebenbei informierte die Gruppe über die verschiedenen Stile und Herausforderungen: „Der Niggun ist für mich fast eine Sportart“, witzelte Stach über das ansteigende Tempo des synagogalen Gesangs. Am Ende überreichte Bürgermeister Erik Homann die Seesener Dose als kleines Andenken – und lud die Musiker erneut in die Jacobson-Stadt ein.