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250 Jahre Jacobson: Seesen im Forscher-Fokus

Wer war Israel Jacobson? Bei dieser Frage sind die Meinungen der Teilnehmer an der Podiumsdiskussion anlässlich des 250. Geburtstags des berühmten Seeseners auseinandergegangen. Hochkarätige Professoren, Wissenschaftler und Forscher haben sich im Rahmen der internationalen Konferenz zu Jacobson und der mit ihm einhergehenden Reformation im Braunschweiger Land getroffen – finale Station der dreitägigen Auseinandersetzung war am Donnerstag Seesen. 

Bild vergrößern: Professoren, Wissenschaftler und Forscher diskutierten über Jacobson.
Professoren, Wissenschaftler und Forscher diskutierten über Jacobson.

Ein Besuch im städtischen Museum gab der wissenschaftlichen Delegation zunächst einen erlebbaren Eindruck des Wirkens von Jacobson in Seesen. Wie wurde in seiner Schule gelehrt? Wer waren die ersten Schüler? Und welche Verbindung besteht noch heute zwischen dem ehemaligen Jacobs-Tempel und der St. Andreas Kirche? Museumsdirektor Dirk Stroschein und Dr. Joachim Frassl führten durch die Sonderausstellung „Jacobson@Seesen“.

Im Anschluss diskutierten Prof. Cord Berghahn, Dr. Uta Lohmann, Dr.  Ulrich Knufinke, Jörg Munzel und der Seesener Dr. Joachim Frassl dann gemeinsam mit dem Publikum im Bürgersaal über Israel Jacobson.

Seine Werte bleiben

Für die einen war er angesehener jüdischer Reformator, der mit der Gründung der ersten überkonfessionellen Schule in Seesen wesentlich zum Wandel in der Beziehung zwischen Juden und Nicht-Juden beigetragen hat. Für die anderen waren seine Ideen zu radikal, die Umsetzung zu autoritär und er selbst ein eitler Bankier, der mit seinem Reichtum Macht ausübte.

Eine Einigung gab es zwar nicht, dafür aber jede Menge „Hausarbeiten“, wie Moderator Prof. Cord Berghahn feststellte. Das Phänomen Jacobson ließe sich schließlich nicht mit einer Wissenschaft erfassen. „Hier müssen wir transdisziplinär zusammenarbeiten, um sämtliche Perspektiven zu beleuchten.“ Außerdem sei es wichtig, sich nicht ausschließlich mit Israel Jacobson, sondern auch mit seinen Widersachern und Befürwortern zu befassen. Nur so könne man annähernd nachvollziehen, wer Israel Jacobson war.

Bild vergrößern: Bürgermeister Erik Homann möchte die Werte Jacobsons aufrecht erhalten.
Bürgermeister Erik Homann möchte die Werte Jacobsons aufrecht erhalten.

Aber nicht nur in der Wissenschaft bleibt der berühmte Reformator ein aktuelles Thema: „Eines ist sicher: Die Werte von Israel Jacobson haben auch heute noch in der Gesellschaft Gültigkeit und dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, so Bürgermeister Erik Homann.