Hilfsnavigation

07.02.2019

Bei Wind und Wetter: Unterwegs mit dem Baubetriebshof

Der neue Lkw des Baubetriebshofs ist gut ausgestattet: Neben der Winterausrüstung hat er auch hochmoderne Seitenkameras.

Wenn sich Seesens Bewohnerinnen und Bewohner früh morgens um halb sieben auf den Weg zur Arbeit machen und die Autoscheiben freikratzen, hat Jürgen Knorr schon eine gute Strecke zurückgelegt: Er arbeitet beim Baubetriebshof und sorgt morgens für freie Fahrt auf Seesens Straßen. „Unser Kontrollfahrer fährt nachts gegen halb vier seine Runde und bespricht sich anschließend mit dem Chef“, erklärt Knorr. Der Wecker von Thorsten Vollbrecht, Leiter des Baubetriebshofes, klingelt meistens schon vor vier Uhr in der Früh. „Mein erster Blick geht morgens immer auf unsere Webcams. Dann warte ich noch den Anruf des Kontrollfahrers ab und alarmiere die Kollegen des Winterdienstes.“ Das Tückische: Durch Seesen verläuft die Schneefallgrenze. Sind die Straßen in Bornhausen frei, kann es in Münchehof trotzdem geschneit haben.

15 Einsatzbezirke in Seesen

Dann sind Jürgen Knorr und seine Kollegen gefragt – die Fahrer der acht Fahrzeuge des Baubetriebshofes arbeiten auf Rufbereitschaft. „Im Winter bei Frost schicke ich aber zu 95 Prozent immer alle Fahrer raus“, so Vollbrecht.

Bis zu sechs Tonnen Salz kann Jürgen Knorr aus dem Salzsilo der Straßenmeisterei auf seinen Lkw laden, dann geht es raus, und zwar streng nach Plan: „Wir haben das Stadtgebiet Seesen in Bezirke eingeteilt, jeder Fahrer hat seine Runde“, erklärt Knorr, der von seinen Kollegen nur „Knorri“ genannt wird. Der Lkw, die drei Unimog und das Multicar teilen sich insgesamt 15 Einsatzbezirke. Zusätzlich gibt es weitere vier Bezirke, die mit den drei Kleintraktoren befahren werden, um auf städtischen Fußwegen zu streuen. „Oft wundern sich die Leute, warum wir mit zwei Streufahrzeugen durch einen Ort fahren“, sagt Knorri. „Dabei fährt jeder seine Route – ich passe mit dem großen Lkw zum Beispiel nicht durch alle Straßen.“

Safety first

Bei maximal 40 Stundenkilometern und flauschigen 27 Grad im Innern des Streu-Lasters fährt Jürgen Knorr seine Route ab. Der Baubetriebshof ist für die Straßen innerorts zuständig, außerorts streut die Straßenmeisterei. „Wir sprechen uns natürlich immer ab und wenn ich sehe, dass der Kollege noch nicht gestreut hat, die Straße aber glatt ist, dann streu ich natürlich.“ Höchste Priorität haben Schulwege oder auch die Zufahrt zum Krankenhaus über die Lautenthaler Straße. Sicherheit geht eben immer vor – das wird auch bei der Ausrüstung des neuen Lkw schnell deutlich: Schleuderketten, volles Spiegelpaket, verschiedene Lichtfunktionen und aktuell heiß debattiert aber noch nicht gesetzlich vorgeschriebene Seitenkameras sorgen für den höchsten Sicherheitsstandard. „Wenn ich blinke zeigt mir die Kamera den toten Winkel des Lkws“, erklärt Knorr.

Vier bis fünf Stunden täglich

Um jede Straße in seinem Bezirk abzufahren, braucht Jürgen Knorr im Normalfall etwa vier bis fünf Stunden. Es gab aber auch schon Winter, in denen das Team vom Baubetriebshof rund um die Uhr im Einsatz war. „Im Winter 2009/2010 hatten wir sehr viel Schnee, die Verwehungen waren teilweise bis zu 1,50 Meter hoch“, erinnert sich Knorri. Ein verlässliches Team ist da unabdingbar. „Wir arbeiten viel nach Absprache. Bei uns kann sich jeder auf seine Kollegen verlassen.“ Insgesamt war der Winterdienst im Jahr 2018 rund 1.200 Stunden im Einsatz. Allein in diesem Jahr sind es schon 500 Stunden – und es werden sicherlich noch viele dazukommen.