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"Stolpersteine“ - Gegen das Vergessen

In der "Langen Straße" wurde der erste Seesener "Stolperstein" gesetzt. Er erinnert an Lieselotte Rosenbaum, die 1942 deportiert und in Lublin ermordert wurde.

Stolperstein Lange Straße
Solperstein_Lange_Strasse

 

 

 

 

 

 

 

 

 - "Stolperstein" in Seesen, Lange Straße -

Mit jedem Namen verbindet sich ein Leben, eine Lebensgeschichte. Solange wir die Namen von Menschen nicht vergessen, bleiben sie in unserem Gedächtnis: im Gedächtnis einer Familie, einer Gemeinschaft, eines Volkes. 
In der Zeit des Nationalsozialismus hatten die jüdischen Bürger am Ende keinen Namen mehr. Sie waren einfach nur noch "die Juden". In Konzentrationslagern wurden ihnen Nummern in den Unterarm "eingebrannt", sie waren - in den Augen der Täter - keine Menschen mehr.


Der Künstler Gunter Demnig entwickelte vor über 10 Jahren eine Idee. Er will, die Erinnerung an die in der Zeit des Nationalsozialismus vertriebenen und ermordeten Menschen wach halten. "Ich will ihre Namen ins Gedächtnis rufen. Und ich will es an dem Ort tun, an dem diese Menschen - Erwachsene, Jugendliche, Kinder - zuletzt gewohnt haben. Freiwillig gewohnt haben."  
Aus einer kleinen Initiative ist in den vergangenen Jahren ein weit umspannendes Gedenkprogramm geworden: 10 x 10 cm große Betonquader werden auf der Oberseite mit einer goldglänzenden Messingtafel, welche die Inschrift "Hier wohnte …" trägt, bedeckt.

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Was sind „Stolpersteine“?

Günter Demnig
 
Gunter Demnig bei der Verlegung eines Stolpersteines

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in über 300 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben:

HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch. 
Für 95 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines STOLPERSTEINS übernehmen

 „Stolpersteine“ …

… sind pflastersteingroße Betonwürfel, die vor Häusern oder Grundstücken 
    ehemaliger jüdischer Bewohnerinnen und Bewohner in das Straßenpflaster 
    eingelassen werden,

… tragen eine Messingtafel mit der Aufschrift
   „Hier wohnte … Deportiert … Ermordet in …“

… erinnern an Vertreibung und Vernichtung unter dem NS-Regime,
… markieren den Beginn des Weges, der im Vernichtungslager endete,
… lenken den Blick auf das einzelne Schicksal,
… sollen „begangen“ werden,
… sind zugleich Kunst im öffentlichen Raum,
… werden mit Zustimmung des Zentralrats der Juden und der Gedenkstätte 
    Yad Vashem verlegt,
… werden durch Patenschaften von Bürgerinitiativen, Vereinen, Verbänden, 
    Schulen,Nachkommen von Opfern und anderen Einzelpersonen finanziert

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Links: Stolpersteine.com

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